Kontinuität

28. Juli 2010 von kerstin

Gibt es etwas, das heute dermaßen in den Köpfen vieler Menschen festsitzt, wie die Hoffnung auf den schnellen Erfolg? Der Gedanke, die eine gute Idee müsse einen über Nacht reich machen, ist überall auffindbar.

Es gibt Ausprägungen derselben Denkweise, der wir während unserer Tätigkeit immer wieder begegnen: die Hoffnung nicht weniger Personen, mit allein einer cleveren Kampagne so am Markt einzuschlagen, dass dauerhafter Erfolg resultiert. Die Einstellung, mit der eigenen Homepage und dem Logo ausreichend getan zu haben, um von allen gefunden zu werden. Der Glaube, es genüge, einfach den Preis immer weiter nach unten zu schrauben, um heute und in Zukunft gute Umsätze zu machen.

Ungemütlich wird dann die Erkenntnis, dass die eine Kampagne doch nur vorübergehend Aufmerksamkeit bringt – bestenfalls. Oder die Ernüchterung, wenn kommunizierte Sonderangebote auf Dauer nur zu schmaleren Umsätzen führen, während die Kunden sich nach und nach dorthin wenden, wo es noch billiger ist.

Erfolgreiche Kommunikation, wie überhaupt erfolgreiche Projekte und Unternehmungen, ganz zu schweigen von guten Beziehungen zum eigenen Umfeld, beruhen wesentlich auf Kontinuität. Das Preisen des einen Coups, die Ansicht, Sonderangebote seien einfach die beste Lösung – sie entspringen einem Quartalsdenken, das oft genug in genauem Gegensatz zu intelligenter Kommunikation und Geschäftsführung steht.

Zugegeben, es scheint gerade nicht zwingend hip, mehr auf Kontinuität, Konsequenz und Schritt für Schritt aufgebaute Kommunikation zu setzen. Es ist für manche seltsam, wenn man ihnen sagt, sie sollen nicht auf den super Claim setzen, den sie so dringend haben möchten, um lieber für Interessenten und Kunden etwas aus dem eigenen Fundus von Know-how und Erfahrung nach außen zu tragen. Informationen, die anderen immer wieder etwas vermitteln und mitgeben, um im Gegenzug etwas Kontinuierliches einzubringen: Aufmerksamkeit, Vertrauen und Nachfrage.

Mag sein, dass das »Dranbleiben« an einer Aufgabe oder einem Projekt heute, im »Zeitalter unbegrenzter Flexibilität und Möglichkeiten« nicht ganz populär erscheinen mag.

Aus eigener Erfahrung raten wir es trotzdem. Und besonders mit Blick auf unsere Kunden und unsere Interviewpartner in der Inspiration Lounge können wir sagen: jeder, der sich dazu entschließt, ist in absolut guter Gesellschaft.

Jetzt

19. Juli 2010 von chris

Zeit ist ein wichtiger Faktor. Prioritäten sind es auch. Wenn ich Kunden rate, ihre eigene Kommunikation aktiver anzugehen und mehr über ihr Know-how, ihre Themen und ihre Begeisterung dafür nach außen zu tragen, höre ich oft Sätze wie: »Das würde ich sehr gerne tun, nur habe ich dafür gerade leider überhaupt keine Zeit. Ich weiß, es ist notwendig, aber zuerst muss ich noch…organisieren, …erledigen oder …ändern.«

In den allermeisten Fällen, die ich kenne, ist die Frage, wann die eigene Kommunikation nach außen entscheidend aktiviert wird, schlichtweg die der eigenen Priorität. Nichts anderes.

Häufig fällt mir auf, wie viele sehr genau wissen, dass sie letztlich zu wenig tun, um gut von anderen wahrgenommen und mehr nachgefragt zu werden. Trotzdem heißt es meist »verschieben statt agieren«. Ganz offensichtlich sind die Hemmschwellen groß, sich in Bewegung zu setzen, um sich nach außen »greifbarer« zu machen, klare Position einzunehmen oder gar im eigenen Bereich eine »Hauptrolle« zu besetzen. So ist es oft das alte Lied mit der Außenkommunikation – der Selbstständige, der Unternehmer, der Kulturschaffende etc. weiß, dass er sie braucht – aber sie bedeutet Aufwand. Wie gut also, wenn man sich sagen kann, dass sie einerseits nützlich ist, andererseits aber erst begonnen werden kann, wenn noch so viele andere Dinge getan sind. Auch das dann auftretende Problem ist nicht wirklich neu: die herausragende Entwicklung, das noch so gute Produkt, das erstklassige Know-how – keiner fragt danach, solange er es nicht kennt.

Wenn mich jemand fragt, wann er am besten startet, mehr von sich, seinem Know-how und seiner Tätigkeit zu kommunizieren, sage ich daher: »jetzt.« Werde ich um Auskunft gebeten, welche Themen ich empfehle, antworte ich: »diejenigen, die Dich bezüglich Deiner Tätigkeit aktuell beschäftigen und vorantreiben. Die, von denen Du gerne erzählst, ohne dass es Dir je zuviel wird.«

Unter uns: Kommunikation mit dem nahen und weiten Umfeld wird nicht besser, wenn man zuvor erst ein neues Büro angemietet, ein nächstes Projekt geplant, beendet oder Ähnliches getan hat. Man kann sie jederzeit aktiv und sinnvoll starten – genau da, wo man gerade ist, denn sie funktioniert Schritt für Schritt. Sie kann damit beginnen, festzuhalten, welche Themen Dich begeistern und welche Aspekte Deines speziellen Wissens Du mehr mit anderen teilen könntest. Vorausgesetzt natürlich, Du willst wirklich loslegen, um besser zu kommunizieren und nicht noch länger nach Gründen suchen, um schließlich nichts zu ändern.

Spurwechsel

12. Juli 2010 von kerstin

Es gab Zeiten, da amüsierten wir uns morgens in der Schule über eine Fernsehsendung, die am Abend zuvor gelaufen war. So gut wie jeder konnte mitreden, was nicht zwingend an der Qualität des Programms lag, sondern einfach daran, dass es nur wenige Fernsehprogramme gab. Der Fernseher versammelte Massen zur selben Zeit vor gleichen Sendeformaten. Diese wurden und werden bis heute meist auf genau diesen Aspekt zugeschnitten.

Zeiten ändern sich. Computer und Internet haben den Stellenwert von Fernsehen deutlich beschnitten. Es gibt nicht mehr nur wenige Programme mit vorbestimmtem Sendeablauf. Was ich will, wo ich will, wann ich will, ist zur Devise geworden. Eine vorhandene Vielfalt hat längst auch die Nachfrage verändert. Möglichkeiten, Vorhandenes nach den eigenen Interessen zu filtern, sind gerade im Internet zahlreich und haben dazu geführt, dass sich Angebote immer weiter aufsplittern. Suchdienste helfen, noch die kleinste Nische aufzustöbern. Für die eigenen Angebote Interessenten zu finden, ist ebenfalls deutlich einfacher geworden. Daraus folgt: wenn es heute leichter ist, diese Menschen zu finden, wäre es nicht naheliegend, dass man sich aufmacht, um sie tatsächlich zu suchen und anzusprechen?

Interessant ist, dass viele Unternehmen heute immer noch denken, der beste Weg der Kommunikation liege darin, einfach möglichst viele Menschen zu erreichen. Sie konzipieren ihre »Kommunikationsformate«, damit sie, ähnlich wie viele Fernsehsendungen, Informationen an hoffentlich zahlreiche Massen ausgeben. Nun, das mag funktionieren, wenn man der Hoffnung ist, mit viel Aufwand schon irgendwie die Richtigen zu finden. Oder man hat bereits eine große Marke, verfügt über ein Marketingbudget auf »Fernsehniveau« und muss breite Präsenz zeigen, um im Kampf der Titanen auch morgen zu bestehen.

Für die meisten andere Unternehmen sind diese Größen nicht zu realisieren. Und trotzdem schauen viele, zumindest unbewusst, in die Richtung der »Riesen« und orientieren auch ihre eigene Kommunikation daran. D.h., sie versuchen, in all ihren Äußerungen, möglichst allen zu gefallen, sie bedienen sich einer Sprache, die Ecken- und Kantenlosigkeit ausstrahlt, sie wählen eine Optik, die gerade »in« ist. Weil sie nicht über die großen Marketing- und Kommunikationsetats verfügen, fühlen sie sich eingeschränkt. So machen sie am Ende lieber nichts Besonders, statt an besonderen Ideen zu arbeiten, die mit ihren Budgets möglich sind.

Dabei wäre der schlauere Schritt genau der, nicht den Weg zu gehen, den die Großen und alle Nacheiferer einschlagen. Gerade weil die Chancen heute besser als zuvor stehen, mit den eigenen Mitteln und Stärken selbstbewusst genau die eigenen Kunden und Fans zu finden.

»Sie wollen mir Mut machen, mehr auf meinem persönlichen Weg zu kommunizieren«, sagte mit kürzlich ein Kunde. Ja, es hat vielleicht auch mit Mut zu tun, aus dem breiten und vermeintlich sicheren Weg der allgemein bekannten, gefälligen (und oft genug langweiligen) Kommunikation auszuscheren, um Menschen auf dem persönlichen Weg anzusprechen.

Aus unserer Sicht ist es vor allem eine Frage von Perspektive und logischem Denken. Denn genauer betrachtet: Angenommen, wir würden Dir die Aufgabe stellen, binnen eines eingegrenzten Zeitraumes hinaus zu gehen, um Freunde zu finden, die Dir als solche möglichst lange erhalten bleiben. Menschen, mit denen Du gerne zu tun hast, von denen Du denkst, sie verstehen Dich und Du sie, Leute, die Dich schätzen. Würdest Du auf die Straße rennen und einfach jeden fragen, den Du siehst? Würdest Du nicht lieber genauer hinschauen, überlegen was Dir wichtig ist, was Ihr teilen solltet und darüber nachdenken, wo Du solche Menschen besser treffen könntest und wie Du sie ansprichst?

Wenn Du gerade »ja« gedacht hast, warum solltest Du Deine Vorgehensweise ändern, sobald es sich um Kunden handelt, die Du suchst? Du bist kein Fernsehen und kein Konzern – sei schlau und verlasse die MassMedia-Spur.

Nebenan

06. Juli 2010 von kerstin

Letzte Woche waren wir in Biel, um David Jeanmonod für unser Projekt Inspiration Lounge zu interviewen. David arbeitet sehr viel. Sein Laden »Camden Town«, mitten in der Innenstadt und unweit des Bieler Sees gelegen, ist immer gut besucht.

Trotzdem nimmt sich David jede Woche an einem Vormittag etwas Zeit, um in der Nachbarschaft seines Ladens bei anderen Unternehmern, Laden- oder Bistrobetreibern vorbeizuschauen. Er macht das ohne großartige Voranmeldung, ohne Termin – einfach, um die anderen zu sehen, mit ihnen zu reden, um zu hören, wie es geht und sich über alltägliche Dinge zu unterhalten.

Er hat mir erzählt, bei all der vielen Arbeit für seine Kunden, sei es doch ganz wichtig, auch mit der Nachbarschaft im Austausch zu sein. »Mehr Miteinander macht einfach mehr Laune. Du bist in Kontakt mit den alltäglichen und den besonderen Themen des Business und des Lebens, kommst auf neue Ideen. Und wenn Du an irgendeinem Tag mal nicht gut drauf bist, kommt ein Nachbar bei dir vorbei und bringt dich auf bessere Gedanken.«

Warum schreibe ich hier darüber? Wart Ihr schon einmal bei einer Business-Visitenkartenparty, wo Menschen hingehen, um Kontakte zu machen? Ich war dort und weiß daher, dass die Atmosphäre bei solchen Veranstaltungen total anders ist als die bei Davids Runde in der Nachbarschaft. Was macht den Unterschied? Davids Nachbarschaft eint das Interesse nicht nur am Business und an Kontakten, sondern an den Menschen, an ihren persönlichen Themen und Standpunkten. Und noch ein gravierender Unterschied: Business-Visitenkartenparties sind oft nicht so persönlich wie angekündigt, meist oberflächlich, höflich und harmlos bei gebremster Stimmung. Wem es nicht passt, der geht einfach.

Nachbarn dagegen bleiben. Man begegnet ihnen häufiger und unmittelbar. Die räumliche Nähe führt zu Themen, die man teilt. Trotzdem sind viele von uns dermaßen mit der eigenen Arbeit beschäftigt, dass sie das tägliche Umfeld leicht aus den Augen verlieren. Umso mehr gilt: »Trau dich. Lerne deine Nachbarn kennen und bring’ ihnen Interesse entgegen.« Der regelmäßige Austausch mit dem direkten Umfeld hält »frisch« und erschließt durchaus Möglichkeiten der Zusammenarbeit – gerade im Bereich Kontakte und Kommunikation nach außen.

Last but not least: der Austausch mit der täglichen Umgebung schärft den Blick für die eigene Position und die eigenen Stärken, die sich gerade in Relation zu den Positionen und Stärken der jeweils anderen besonders gut abzeichnen. Und wer sich dann noch nicht ganz sicher ist: Statt vor sich hin zu brüten, einfach mal direkt die Menschen »nebenan« fragen. Es ist erstaunlich, wie oft sie weiterhelfen können.

Original

27. Juni 2010 von kerstin

Ein wichtiges Element unserer Beratung ist es, Kunden zu bestärken, neben den Informationen über ihr Produkt oder ihre Leistung, mehr über ihre Blickwinkel, ihre Haltung und Erfahrungen mitzuteilen. Nicht selten fällt im ersten Gespräch über mögliche Themen der Satz: »Ich fürchte, ich bin da nicht originell genug.«

Ich weiß nicht, wie hoch die Messlatte allgemein gelegt wird, damit »man« originell ist. Natürlich kenne ich die Aussage, es werde immer schwieriger, originell zu sein, weil ja inzwischen alles schon mal da war. Ich weiß allerdings genau, dass originell unmittelbar mit dem Wortstamm original verknüpft ist – und original ist jeder von uns.

Das ist der Grund, warum wir unsere Kunden ermutigen, nicht auf die sogenannten Trends zu setzen, denen »man« gerne folgt. Denn aus unserer Sicht und erwiesenermaßen gilt nach wie vor der einst schon gute Tipp von Public Enemy: »Don’t believe the Hype.«

Trends sind morgen weg und selten originell. Wie auch, wenn spätestens nach ein paar Wochen alle gleich aussehen und das Gleiche machen.

Ich habe in den Jahren unserer Tätigkeit sehr oft erlebt, dass Personen vermeintlich kein Thema hatten, das interessant oder gar originell genug gewesen wäre. Genauso oft habe ich erlebt, dass dieselben Menschen entdeckten, genau dort Besonderes zu sagen zu haben, wo sie sie selbst sind. Wo sie über die Dinge sprechen, die sie dauerhaft beschäftigen und faszinieren. Dazwischen lag eine Änderung der Blickwinkel, die den Druck des Hypes genommen haben.

Es ist für uns jedes Mal großartig, wenn sich ein Kunde, der zunächst zögerlich über seine Themen nachgedacht hat, Schritt für Schritt immer mehr begeistert, Möglichkeiten zu sehen, die seiner Kommunikation tatsächlich Einzigartiges geben.

Ich verweise hier deshalb gerne auf ein Graffito, das mir vor fast zwanzig Jahren in’s Auge fiel:

You’re born an original. Don’t act like a clone.

Eine Idee ist eine Idee ist eine Idee

21. Juni 2010 von kerstin

Vorab eine Verbeugung an Gertrude Stein, deren Zitat ich hier abgewandelt verwende, weil kein anderer so gut auf den Punkt gebracht hat, was nicht nur für Rosen, sondern auch für Ideen gilt.

Man kann es drehen und wenden, sie kann begeistern oder verstören – eine Idee ist eine Idee und bleibt es auch, solange sich nicht jemand daran macht, sie in die Tat umzusetzen.

Es erstaunt mich daher, dass unsere Politiker immer wieder davon sprechen, dass Deutschland das »Land der Ideen« sei.

Natürlich ist es ein guter Anfang, wenn man Ideen hat. Ideen sind mit der Aura des besonderen Einfallsreichtums umgeben. Jeder hat sie gerne. Das ist wohl auch der Grund, warum es so unglaublich viele davon gibt und es täglich mehr werden.

Wenn also eine positive kulturelle Gegebenheit kommuniziert werden soll, wäre es dann nicht besser, wir wären auch das Land der realisierten Ideen, zumindest der realisierten, guten Ideen? Klar, der Satz klingt nicht so kurz und knackig wie der andere. Aber er steht doch mehr für das, worauf es eigentlich ankommt.

Andererseits, vielleicht wollen diejenigen, die diesen Satz immer wieder bemühen, signalisieren, dass Ideen schon genug sind. Vielleicht bemühen sie ihn auch, weil sie selbst davon überzeugt sind. Oder sie wiederholen eine Floskel, weil sie gängig ist und dem verbreiteten Gedanken »Kreativität = Ideen« entspricht.

Hoffen wir zu ihren Gunsten, sie haben einen besseren Grund.

Haltung

17. Juni 2010 von chris

Wer seine Projekte, Leistungen oder Produkte kommunizieren will, sollte sich fragen, warum sie für ihn selbst wichtig sind. Es ist recht einfach, zu sagen, was man macht. Spannend wir es beim »Warum?«.

Es ist hilfreich, die eigene Motivation und Überzeugung genau zu kennen und nicht nur eine Dienstleistung oder ein Produkt zu haben, um damit Geld zu verdienen. Gute Gründe stärken das Rückgrat, auch in der Kommunikation. Und: Klare Positionen fallen mehr auf.

Natürlich wird es Menschen geben, die du dadurch nicht gewinnst, weil sie deine Überzeugung und Gründe nicht nachvollziehen können. Das heißt aber auch, dass du besser die Menschen findest, die deine Haltung schätzen und sich genau davon angesprochen fühlen.

Für unser Projekte Inspiration Lounge haben wir uns entschieden, mit einfachem Equipment zu arbeiten. Es hat den Vorteil, schnell und unkompliziert einsetzbar zu sein. Wir mögen außerdem die unmittelbare Atmosphäre, die den Interviews das Persönliche gibt und mit größerem Filmset und Aufbau so nicht zu erhalten wäre. Natürlich erreichen wir damit nicht jeden. Doch viele Fans der Inspiration Lounge sehen die Videos gerne, weil sie, wie wir, persönliche Atmosphäre und Inhalte schätzen.

Noch ein Beispiel: seit einigen Tagen habe ich eine Flip Mino Kamera. Sie ist handlich und großartig für schnelle, unkomplizierte Filmaufnahmen unterwegs. Die Macher haben sich klar dafür entschieden, eine einfache Kamera für jedermann zu bauen, die schnell zu verstehen und übersichtlich zu bedienen ist. Die Flip Mino kommt daher ohne zahlreiche technische Optionen, und genauso wird sie auch kommuniziert. Zahlreichen Menschen wäre die Kamera zu banal, zu begrenzt – sie wollen mehr Features. Für mich und meine Zwecke ist sie ein Glücksfall und so ideal, wie für viele andere Fans auch.

Frischluft

16. Juni 2010 von kerstin

Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts: Michael Schirner, Werbefachmann und Texter, arbeitet an einem Auftrag für IBM. Das Unternehmen, das damals seinen Schwerpunkt im Bereich Büro- und Schreibmaschinen hatte, braucht eine neue Kampagne.

Michael Schirner recherchiert, setzt sich thematisch eingehend mit IBM auseinander, beginnt, Bild/Text-Kombinationen zu entwickeln und entdeckt auf einmal: In dem Wort SchreIBMaschine steckt tatsächlich der Firmenname. Die Idee der Kampagne ist damit klar. Wie sollte man besser die Verbindung zwischen Marke und Produkt vermitteln, wenn jeder schon allein mit dem Wort SchreIBMaschine die Marke immer vor Augen hat.

Stellt man sich den kompletten Entstehungsprozess der Kampagne vor, kann man ganz gut nachvollziehen, wie mitten in dem begonnenen, konzentrierten Arbeitsfluss, mitten in der Entwicklung von Ideen, die Entdeckung eintritt. Alles begann damit, dass einer sich an sein kreatives Schaffen macht. Schritt für Schritt mit einem Ziel, zu dem er schließlich auf einem Weg gelangt, der nicht zu planen war.

Nun zum Gegenteil, dem Biegen und Brechen.

In letzter Zeit sehe ich verstärkt Versuche, Michael Schirners Entdeckung auf anderen Wegen herzustellen. Auf Plakaten finden sich aktuelle Beispiele wie »VoRWEg gehen« oder »Ich reservieHRS« (ja, genau so).

Warum sage ich Biegen und Brechen? Weil man einfach merkt, dass der Arbeitsprozess des Texters ein ganz anderer war. Es gibt gar keine Verbindung zwischen Produkt und Marke im Wort selbst, wie bei SchreIBMaschine. Es wurden sichtbar Wörter ausgesucht, falsch geschrieben oder mühsam in Verbindung gebracht, um denselben Effekt zu erzielen – was nicht funktioniert. Jeder spürt die verkrampfte Bemühung um die richtigen Worte, um eine Verbindung, die erst »hergetextet« werden musste. Das ist kein kreativer Fluss, das sind schlechte Lookalikes, die ein schales Gefühl hinterlassen.

Kreativer Flow und Offenheit, die Ideen und Entdeckungen eintreten lassen, auch wenn sie links und rechts des Weges kommen, sind durch Biegen und Brechen nicht zu ersetzen. Wer merkt, dass er anfängt, sich Dinge angestrengt auszudenken, sich das Hirn zu martern, um gute Einfälle herauszuholen, macht besser mal Pause und sorgt für frische Luft. Ich gehe in solchen Momenten gerne mal kurz mit dem Hund raus.

Was treibt Dich an?

15. Juni 2010 von kerstin

Für unser Projekt Inspiration Lounge interviewen wir seit zwei Jahren kreative Köpfe und Macher. Jedem von ihnen stellen wir die Frage:»Was treibt Dich an?«

So unterschiedlich darauf schon geantwortet wurde, das Gesagte ließ immer persönliche Interessen und die vorhandene Faszination für das eigene Tätigkeitsfeld erkennen. Für Außenstehende sind die Antworten ein Zugang zu Blickwinkeln, Arbeitsweisen und Werk unserer Interviewpartner. Nie ist es vorgekommen, dass einer von ihnen keine Antwort auf die Frage hatte.

Wenn wir für Kunden Kommunikationsprojekte entwickeln, fragen wir auch sie im Rahmen unserer Beratung gerne, was sie antreibt. Es ist erstaunlich, wie oft darauf die Gegenfrage gestellt wird: »Warum ist das wichtig?« Natürlich, es geht ihnen darum, ein bestimmtes Know-how, eine Leistung oder ein Produkt zu kommunizieren und bekannter zu machen, um Nachfrage und Umsatz zu steigern. Klar, wir wollen letztlich alle, dass es gut läuft.

Die Frage nach der persönlichen Motivation will jedoch eines hervorheben – die Persönlichkeit. Die Sichtweisen, Ideen, Interessen für Dinge und Themen, die jeden Einzelnen in seiner individuellen Kombination von den anderen unterscheiden. Sie ist die Basis für unsere »Eigenart« – dafür, dass jeder von uns seine Dinge so tut, wie er sie tut.

Nach langjähriger Tätigkeit in den Bereichen Kultur und Kommunikation können wir sagen: in ausnahmslos all unseren Beratungen hat die Frage nach Motivation und Faszination dazu geführt, dass persönliche Interessenfelder sichtbar wurden, die zuvor (in der Kommunikation) nicht zum Tragen kamen. Und ja, unterschiedliche Themen lassen sich für die Kommunikation hervorragend verbinden. Industrie-Design und eine Leidenschaft für Film noir, Programmierung und Kochen, Rechtsberatung und Heavy Metal gehen sehr wohl zusammen. In der Kommunikation, und nicht nur da, machen sie den Menschen menschlicher, das Bild spezieller, interessanter. Wer besteht nur aus einer Facette?

Mehr Facetten zu zeigen und sich nicht in Standards einengen zu lassen, bringt die Unverwechselbarkeit und Wahrnehmung durch andere auf Vordermann. Zugegeben, es ist nichts für diejenigen, die es in der »me-too«-Abteilung weit bringen möchten. Für alle, die das, was ihnen wichtig ist, selbstbewusst kommunizieren wollen, ist es jedoch der beste Weg, das »Selbst« tatsächlich in die Kommunikation einfließen zu lassen. Wer es probiert, stellt schnell fest, dass Kommunikation auf diese Weise anfängt, mehr Spaß zu machen. Langweiliges, Austauschbares verschwindet. Idee und Themen kommen in Fluss, persönliches Potential wird freigelegt.

Große Unternehmen setzen viel Zeit und Geld ein, um Corporate Identities entwickeln und kommunizieren zu lassen. Die persönliche Faszination und Motivation in die eigene Kommunikation zu integrieren, ist angesichts dessen gerade für kleinere, persönlich geführte Unternehmen die Chance, eine unverwechselbar gute Position zu gewinnen.

Hallo Welt!

03. Juni 2010 von chris

Viele Projekte haben wir in den letzten Jahren realisiert – Homepages, Magazine, Filme, Bücher, Ausstellungen, Interviewdokumentationen etc.

Wir haben für zahlreiche Kunden entwickelt und Projekte auch selbst initiiert. Unsere Geschichte und Leidenschaft sind schnell erzählt: immer, wenn wir entwerfen und umsetzen, entstehen Projekte, die Menschen aus unterschiedlichen Bereichen mit ihren persönlichen, ihren kulturellen Blickwinkeln und ihrem Know-how kommunizieren;  die sie mit anderen interessanten Menschen in Verbindung bringen.

In diesem Blog schreiben wir über das, was wir durch unsere Tätigkeit im Bereich Kultur und Kommunikation wissen, erfahren haben und womit wir uns besonders beschäftigen. Wir werden nicht über Dinge schreiben, die sich zu detailreich mit dem »Wie?« von Kommunikation im Einzelfall beschäftigen.

Uns geht es vielmehr um das »Warum?« bestimmter Sicht- und Vorgehensweisen in der Kommunikation, um Basisfragen, die sich vor dem »Wie?« im konkreten Einzelfall stellen. Es geht natürlich auch darum, dass Kommunikation und Kultur nicht von uns als Individuen und von uns als Gemeinschaft zu trennen sind. Menschen kommunizieren, um sich auszudrücken und anderen mitzuteilen, wie sie die Welt sehen und was sie machen.
Kommunikation – das sind auch Anregungen, die entstehen, wenn Menschen sich austauschen und an den Sichtweisen und Erfahrungen anderer teilhaben. Kommunikation ist ein Bedürfnis. Für diejenigen, die mit Entwicklungen und Know-how, ihren Leistungen oder Produkten ihr Geld verdienen, ist sie absolut notwendig.

Dieser Blog ist für alle, die besser kommunizieren wollen, um damit größere Kreise interessierter Menschen zu erreichen. Für alle, die ihre eigene Kommunikation durch mehr Persönlichkeit voranbringen wollen, damit sie und ihre Arbeit, ihre Vorgehensweisen und Erzeugnisse besser wahrgenommen und mehr geschätzt werden.

Wenn wir das hier gut machen, dann wird dieser Blog denjenigen Anregung geben, die bereits nach besseren Kommunikationsmöglichkeiten für sich und ihr Schaffen suchen. Er wird ihnen dabei helfen, ihre Kommunikation persönlicher zu machen, sie bewusst, aktiv und ideenreich anzugehen – unabhängig davon, ob sie in Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft tätig sind. Es wird uns auch gelingen, so manchen Zweifler davon zu überzeugen, dass Kommunikation, die Know-how, Blick-winkel und Erfahrungen als Impulse (mit)teilt, ganz einfach mehr Erfolg und mehr Spaß bringt.

Also, auf geht’s…