Tag: Realisierung

Jetzt

19. Juli 2010 von chris

Zeit ist ein wichtiger Faktor. Prioritäten sind es auch. Wenn ich Kunden rate, ihre eigene Kommunikation aktiver anzugehen und mehr über ihr Know-how, ihre Themen und ihre Begeisterung dafür nach außen zu tragen, höre ich oft Sätze wie: »Das würde ich sehr gerne tun, nur habe ich dafür gerade leider überhaupt keine Zeit. Ich weiß, es ist notwendig, aber zuerst muss ich noch…organisieren, …erledigen oder …ändern.«

In den allermeisten Fällen, die ich kenne, ist die Frage, wann die eigene Kommunikation nach außen entscheidend aktiviert wird, schlichtweg die der eigenen Priorität. Nichts anderes.

Häufig fällt mir auf, wie viele sehr genau wissen, dass sie letztlich zu wenig tun, um gut von anderen wahrgenommen und mehr nachgefragt zu werden. Trotzdem heißt es meist »verschieben statt agieren«. Ganz offensichtlich sind die Hemmschwellen groß, sich in Bewegung zu setzen, um sich nach außen »greifbarer« zu machen, klare Position einzunehmen oder gar im eigenen Bereich eine »Hauptrolle« zu besetzen. So ist es oft das alte Lied mit der Außenkommunikation – der Selbstständige, der Unternehmer, der Kulturschaffende etc. weiß, dass er sie braucht – aber sie bedeutet Aufwand. Wie gut also, wenn man sich sagen kann, dass sie einerseits nützlich ist, andererseits aber erst begonnen werden kann, wenn noch so viele andere Dinge getan sind. Auch das dann auftretende Problem ist nicht wirklich neu: die herausragende Entwicklung, das noch so gute Produkt, das erstklassige Know-how – keiner fragt danach, solange er es nicht kennt.

Wenn mich jemand fragt, wann er am besten startet, mehr von sich, seinem Know-how und seiner Tätigkeit zu kommunizieren, sage ich daher: »jetzt.« Werde ich um Auskunft gebeten, welche Themen ich empfehle, antworte ich: »diejenigen, die Dich bezüglich Deiner Tätigkeit aktuell beschäftigen und vorantreiben. Die, von denen Du gerne erzählst, ohne dass es Dir je zuviel wird.«

Unter uns: Kommunikation mit dem nahen und weiten Umfeld wird nicht besser, wenn man zuvor erst ein neues Büro angemietet, ein nächstes Projekt geplant, beendet oder Ähnliches getan hat. Man kann sie jederzeit aktiv und sinnvoll starten – genau da, wo man gerade ist, denn sie funktioniert Schritt für Schritt. Sie kann damit beginnen, festzuhalten, welche Themen Dich begeistern und welche Aspekte Deines speziellen Wissens Du mehr mit anderen teilen könntest. Vorausgesetzt natürlich, Du willst wirklich loslegen, um besser zu kommunizieren und nicht noch länger nach Gründen suchen, um schließlich nichts zu ändern.

Eine Idee ist eine Idee ist eine Idee

21. Juni 2010 von kerstin

Vorab eine Verbeugung an Gertrude Stein, deren Zitat ich hier abgewandelt verwende, weil kein anderer so gut auf den Punkt gebracht hat, was nicht nur für Rosen, sondern auch für Ideen gilt.

Man kann es drehen und wenden, sie kann begeistern oder verstören – eine Idee ist eine Idee und bleibt es auch, solange sich nicht jemand daran macht, sie in die Tat umzusetzen.

Es erstaunt mich daher, dass unsere Politiker immer wieder davon sprechen, dass Deutschland das »Land der Ideen« sei.

Natürlich ist es ein guter Anfang, wenn man Ideen hat. Ideen sind mit der Aura des besonderen Einfallsreichtums umgeben. Jeder hat sie gerne. Das ist wohl auch der Grund, warum es so unglaublich viele davon gibt und es täglich mehr werden.

Wenn also eine positive kulturelle Gegebenheit kommuniziert werden soll, wäre es dann nicht besser, wir wären auch das Land der realisierten Ideen, zumindest der realisierten, guten Ideen? Klar, der Satz klingt nicht so kurz und knackig wie der andere. Aber er steht doch mehr für das, worauf es eigentlich ankommt.

Andererseits, vielleicht wollen diejenigen, die diesen Satz immer wieder bemühen, signalisieren, dass Ideen schon genug sind. Vielleicht bemühen sie ihn auch, weil sie selbst davon überzeugt sind. Oder sie wiederholen eine Floskel, weil sie gängig ist und dem verbreiteten Gedanken »Kreativität = Ideen« entspricht.

Hoffen wir zu ihren Gunsten, sie haben einen besseren Grund.