Tag: Faszination

Original

27. Juni 2010 von kerstin

Ein wichtiges Element unserer Beratung ist es, Kunden zu bestärken, neben den Informationen über ihr Produkt oder ihre Leistung, mehr über ihre Blickwinkel, ihre Haltung und Erfahrungen mitzuteilen. Nicht selten fällt im ersten Gespräch über mögliche Themen der Satz: »Ich fürchte, ich bin da nicht originell genug.«

Ich weiß nicht, wie hoch die Messlatte allgemein gelegt wird, damit »man« originell ist. Natürlich kenne ich die Aussage, es werde immer schwieriger, originell zu sein, weil ja inzwischen alles schon mal da war. Ich weiß allerdings genau, dass originell unmittelbar mit dem Wortstamm original verknüpft ist – und original ist jeder von uns.

Das ist der Grund, warum wir unsere Kunden ermutigen, nicht auf die sogenannten Trends zu setzen, denen »man« gerne folgt. Denn aus unserer Sicht und erwiesenermaßen gilt nach wie vor der einst schon gute Tipp von Public Enemy: »Don’t believe the Hype.«

Trends sind morgen weg und selten originell. Wie auch, wenn spätestens nach ein paar Wochen alle gleich aussehen und das Gleiche machen.

Ich habe in den Jahren unserer Tätigkeit sehr oft erlebt, dass Personen vermeintlich kein Thema hatten, das interessant oder gar originell genug gewesen wäre. Genauso oft habe ich erlebt, dass dieselben Menschen entdeckten, genau dort Besonderes zu sagen zu haben, wo sie sie selbst sind. Wo sie über die Dinge sprechen, die sie dauerhaft beschäftigen und faszinieren. Dazwischen lag eine Änderung der Blickwinkel, die den Druck des Hypes genommen haben.

Es ist für uns jedes Mal großartig, wenn sich ein Kunde, der zunächst zögerlich über seine Themen nachgedacht hat, Schritt für Schritt immer mehr begeistert, Möglichkeiten zu sehen, die seiner Kommunikation tatsächlich Einzigartiges geben.

Ich verweise hier deshalb gerne auf ein Graffito, das mir vor fast zwanzig Jahren in’s Auge fiel:

You’re born an original. Don’t act like a clone.

Was treibt Dich an?

15. Juni 2010 von kerstin

Für unser Projekt Inspiration Lounge interviewen wir seit zwei Jahren kreative Köpfe und Macher. Jedem von ihnen stellen wir die Frage:»Was treibt Dich an?«

So unterschiedlich darauf schon geantwortet wurde, das Gesagte ließ immer persönliche Interessen und die vorhandene Faszination für das eigene Tätigkeitsfeld erkennen. Für Außenstehende sind die Antworten ein Zugang zu Blickwinkeln, Arbeitsweisen und Werk unserer Interviewpartner. Nie ist es vorgekommen, dass einer von ihnen keine Antwort auf die Frage hatte.

Wenn wir für Kunden Kommunikationsprojekte entwickeln, fragen wir auch sie im Rahmen unserer Beratung gerne, was sie antreibt. Es ist erstaunlich, wie oft darauf die Gegenfrage gestellt wird: »Warum ist das wichtig?« Natürlich, es geht ihnen darum, ein bestimmtes Know-how, eine Leistung oder ein Produkt zu kommunizieren und bekannter zu machen, um Nachfrage und Umsatz zu steigern. Klar, wir wollen letztlich alle, dass es gut läuft.

Die Frage nach der persönlichen Motivation will jedoch eines hervorheben – die Persönlichkeit. Die Sichtweisen, Ideen, Interessen für Dinge und Themen, die jeden Einzelnen in seiner individuellen Kombination von den anderen unterscheiden. Sie ist die Basis für unsere »Eigenart« – dafür, dass jeder von uns seine Dinge so tut, wie er sie tut.

Nach langjähriger Tätigkeit in den Bereichen Kultur und Kommunikation können wir sagen: in ausnahmslos all unseren Beratungen hat die Frage nach Motivation und Faszination dazu geführt, dass persönliche Interessenfelder sichtbar wurden, die zuvor (in der Kommunikation) nicht zum Tragen kamen. Und ja, unterschiedliche Themen lassen sich für die Kommunikation hervorragend verbinden. Industrie-Design und eine Leidenschaft für Film noir, Programmierung und Kochen, Rechtsberatung und Heavy Metal gehen sehr wohl zusammen. In der Kommunikation, und nicht nur da, machen sie den Menschen menschlicher, das Bild spezieller, interessanter. Wer besteht nur aus einer Facette?

Mehr Facetten zu zeigen und sich nicht in Standards einengen zu lassen, bringt die Unverwechselbarkeit und Wahrnehmung durch andere auf Vordermann. Zugegeben, es ist nichts für diejenigen, die es in der »me-too«-Abteilung weit bringen möchten. Für alle, die das, was ihnen wichtig ist, selbstbewusst kommunizieren wollen, ist es jedoch der beste Weg, das »Selbst« tatsächlich in die Kommunikation einfließen zu lassen. Wer es probiert, stellt schnell fest, dass Kommunikation auf diese Weise anfängt, mehr Spaß zu machen. Langweiliges, Austauschbares verschwindet. Idee und Themen kommen in Fluss, persönliches Potential wird freigelegt.

Große Unternehmen setzen viel Zeit und Geld ein, um Corporate Identities entwickeln und kommunizieren zu lassen. Die persönliche Faszination und Motivation in die eigene Kommunikation zu integrieren, ist angesichts dessen gerade für kleinere, persönlich geführte Unternehmen die Chance, eine unverwechselbar gute Position zu gewinnen.