Tag: Erfahrung

(Mit)teilen

06. August 2010 von kerstin

Wir sprechen immer wieder davon, wie sinnvoll es ist, nicht nur über die eigenen Produkte und Leistungen zu sprechen, sondern auch Ausschnitte des eigenen Know-hows, der eigenen Vorgehensweisen und Blickwinkel nach außen zu geben. Und immer wieder schauen uns Menschen erstaunt an und fragen, warum sie das tun sollen. Schließlich könnten so ja andere von ihrem Wissen und ihrer Erfahrung profitieren.

Deshalb an dieser Stelle: die Hemmschwellen jetzt mal vergessen und einfach zu Leuten schauen, die es vormachen.

Jeder kennt heute beispielsweise eine ganze Reihe von Köchen und Küchenchefs. Seit Jahren erzählen sie in so ziemlich allen Medien über ihre Rezepte, ihre besonderen Tricks und Kniffe. Niemand käme auf die Idee zu denken, sie hätten sich durch die Weitergabe von Ausschnitten ihres Know-hows geschadet. Ihre Restaurants und Kochkurse sind vielmehr voll, ihre Bücher verkaufen sich bestens. Was wäre passiert, wenn sie sich von Anfang an nicht getraut hätten, anderen ein paar ihrer Ideen und Tipps mitzuteilen?

Ein anderes Beispiel: einige Anwälte betätigen sich rege, um auf Portalen für spezielle Rechtsgebiete Teile ihres Wissens oder eigene Blickwinkel weiterzugeben. Würde Sie diese zusätzliche Arbeit tun, wenn sie völlig umsonst wäre und immer nur andere davon profitieren? Wenige vielleicht. Doch das Gros gibt Know-how weiter, weil »sich einen Namen« machen genau so funktioniert und außerdem sehr viel kostengünstiger sein kann als Anzeigen, die dem Interessenten noch lange keine Qualität oder Engagement zeigen.

Noch dazu: wir sprechen von Ausschnitten, von kleinen Teilen aus Wissen und Erfahrung. Keiner verlangt, komplette Geschäftskonzepte offen zu legen oder ganze Entwicklungen ohne Bezahlung herauszugeben. Mit(teilen) ist intelligent, nicht naiv.

Also, beim nächsten Mal nicht sofort wieder die Handbremse ziehen, wenn es gilt, anderen etwas aus dem eigenen Know-how-Fundus mitzugeben. Die Wissensgesellschaft lebt vom Austausch, nicht nur von Wissen in unseren Köpfen. Locker bleiben und daran denken, dass schon kleine Tipps große Wirkung zeigen können – und zwar für beide Seiten.

Kontinuität

28. Juli 2010 von kerstin

Gibt es etwas, das heute dermaßen in den Köpfen vieler Menschen festsitzt, wie die Hoffnung auf den schnellen Erfolg? Der Gedanke, die eine gute Idee müsse einen über Nacht reich machen, ist überall auffindbar.

Es gibt Ausprägungen derselben Denkweise, der wir während unserer Tätigkeit immer wieder begegnen: die Hoffnung nicht weniger Personen, mit allein einer cleveren Kampagne so am Markt einzuschlagen, dass dauerhafter Erfolg resultiert. Die Einstellung, mit der eigenen Homepage und dem Logo ausreichend getan zu haben, um von allen gefunden zu werden. Der Glaube, es genüge, einfach den Preis immer weiter nach unten zu schrauben, um heute und in Zukunft gute Umsätze zu machen.

Ungemütlich wird dann die Erkenntnis, dass die eine Kampagne doch nur vorübergehend Aufmerksamkeit bringt – bestenfalls. Oder die Ernüchterung, wenn kommunizierte Sonderangebote auf Dauer nur zu schmaleren Umsätzen führen, während die Kunden sich nach und nach dorthin wenden, wo es noch billiger ist.

Erfolgreiche Kommunikation, wie überhaupt erfolgreiche Projekte und Unternehmungen, ganz zu schweigen von guten Beziehungen zum eigenen Umfeld, beruhen wesentlich auf Kontinuität. Das Preisen des einen Coups, die Ansicht, Sonderangebote seien einfach die beste Lösung – sie entspringen einem Quartalsdenken, das oft genug in genauem Gegensatz zu intelligenter Kommunikation und Geschäftsführung steht.

Zugegeben, es scheint gerade nicht zwingend hip, mehr auf Kontinuität, Konsequenz und Schritt für Schritt aufgebaute Kommunikation zu setzen. Es ist für manche seltsam, wenn man ihnen sagt, sie sollen nicht auf den super Claim setzen, den sie so dringend haben möchten, um lieber für Interessenten und Kunden etwas aus dem eigenen Fundus von Know-how und Erfahrung nach außen zu tragen. Informationen, die anderen immer wieder etwas vermitteln und mitgeben, um im Gegenzug etwas Kontinuierliches einzubringen: Aufmerksamkeit, Vertrauen und Nachfrage.

Mag sein, dass das »Dranbleiben« an einer Aufgabe oder einem Projekt heute, im »Zeitalter unbegrenzter Flexibilität und Möglichkeiten« nicht ganz populär erscheinen mag.

Aus eigener Erfahrung raten wir es trotzdem. Und besonders mit Blick auf unsere Kunden und unsere Interviewpartner in der Inspiration Lounge können wir sagen: jeder, der sich dazu entschließt, ist in absolut guter Gesellschaft.

Original

27. Juni 2010 von kerstin

Ein wichtiges Element unserer Beratung ist es, Kunden zu bestärken, neben den Informationen über ihr Produkt oder ihre Leistung, mehr über ihre Blickwinkel, ihre Haltung und Erfahrungen mitzuteilen. Nicht selten fällt im ersten Gespräch über mögliche Themen der Satz: »Ich fürchte, ich bin da nicht originell genug.«

Ich weiß nicht, wie hoch die Messlatte allgemein gelegt wird, damit »man« originell ist. Natürlich kenne ich die Aussage, es werde immer schwieriger, originell zu sein, weil ja inzwischen alles schon mal da war. Ich weiß allerdings genau, dass originell unmittelbar mit dem Wortstamm original verknüpft ist – und original ist jeder von uns.

Das ist der Grund, warum wir unsere Kunden ermutigen, nicht auf die sogenannten Trends zu setzen, denen »man« gerne folgt. Denn aus unserer Sicht und erwiesenermaßen gilt nach wie vor der einst schon gute Tipp von Public Enemy: »Don’t believe the Hype.«

Trends sind morgen weg und selten originell. Wie auch, wenn spätestens nach ein paar Wochen alle gleich aussehen und das Gleiche machen.

Ich habe in den Jahren unserer Tätigkeit sehr oft erlebt, dass Personen vermeintlich kein Thema hatten, das interessant oder gar originell genug gewesen wäre. Genauso oft habe ich erlebt, dass dieselben Menschen entdeckten, genau dort Besonderes zu sagen zu haben, wo sie sie selbst sind. Wo sie über die Dinge sprechen, die sie dauerhaft beschäftigen und faszinieren. Dazwischen lag eine Änderung der Blickwinkel, die den Druck des Hypes genommen haben.

Es ist für uns jedes Mal großartig, wenn sich ein Kunde, der zunächst zögerlich über seine Themen nachgedacht hat, Schritt für Schritt immer mehr begeistert, Möglichkeiten zu sehen, die seiner Kommunikation tatsächlich Einzigartiges geben.

Ich verweise hier deshalb gerne auf ein Graffito, das mir vor fast zwanzig Jahren in’s Auge fiel:

You’re born an original. Don’t act like a clone.

Hallo Welt!

03. Juni 2010 von chris

Viele Projekte haben wir in den letzten Jahren realisiert – Homepages, Magazine, Filme, Bücher, Ausstellungen, Interviewdokumentationen etc.

Wir haben für zahlreiche Kunden entwickelt und Projekte auch selbst initiiert. Unsere Geschichte und Leidenschaft sind schnell erzählt: immer, wenn wir entwerfen und umsetzen, entstehen Projekte, die Menschen aus unterschiedlichen Bereichen mit ihren persönlichen, ihren kulturellen Blickwinkeln und ihrem Know-how kommunizieren;  die sie mit anderen interessanten Menschen in Verbindung bringen.

In diesem Blog schreiben wir über das, was wir durch unsere Tätigkeit im Bereich Kultur und Kommunikation wissen, erfahren haben und womit wir uns besonders beschäftigen. Wir werden nicht über Dinge schreiben, die sich zu detailreich mit dem »Wie?« von Kommunikation im Einzelfall beschäftigen.

Uns geht es vielmehr um das »Warum?« bestimmter Sicht- und Vorgehensweisen in der Kommunikation, um Basisfragen, die sich vor dem »Wie?« im konkreten Einzelfall stellen. Es geht natürlich auch darum, dass Kommunikation und Kultur nicht von uns als Individuen und von uns als Gemeinschaft zu trennen sind. Menschen kommunizieren, um sich auszudrücken und anderen mitzuteilen, wie sie die Welt sehen und was sie machen.
Kommunikation – das sind auch Anregungen, die entstehen, wenn Menschen sich austauschen und an den Sichtweisen und Erfahrungen anderer teilhaben. Kommunikation ist ein Bedürfnis. Für diejenigen, die mit Entwicklungen und Know-how, ihren Leistungen oder Produkten ihr Geld verdienen, ist sie absolut notwendig.

Dieser Blog ist für alle, die besser kommunizieren wollen, um damit größere Kreise interessierter Menschen zu erreichen. Für alle, die ihre eigene Kommunikation durch mehr Persönlichkeit voranbringen wollen, damit sie und ihre Arbeit, ihre Vorgehensweisen und Erzeugnisse besser wahrgenommen und mehr geschätzt werden.

Wenn wir das hier gut machen, dann wird dieser Blog denjenigen Anregung geben, die bereits nach besseren Kommunikationsmöglichkeiten für sich und ihr Schaffen suchen. Er wird ihnen dabei helfen, ihre Kommunikation persönlicher zu machen, sie bewusst, aktiv und ideenreich anzugehen – unabhängig davon, ob sie in Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft tätig sind. Es wird uns auch gelingen, so manchen Zweifler davon zu überzeugen, dass Kommunikation, die Know-how, Blick-winkel und Erfahrungen als Impulse (mit)teilt, ganz einfach mehr Erfolg und mehr Spaß bringt.

Also, auf geht’s…